Aktuelles

März 2010

Luchs im Nationalpark Sumava/Böhmerwald

Den Grundstein für die heutige Luchspopulation in der 3-Länder-Region Böhmerwald legte die Wiederansiedelung von 17 Luchsen der tschechischen Naturschutzbehörden in den 1980er Jahren.

Heute sind Nationalpark und Biosphärenreservat Sumava/Böhmerwald wichtige Lebens- und Reproduktionsräume für den Luchs.


 

Februar 2010

Luchs als Zuschauer bei den Olympischen Spielen
- in Vancouver 2010

Nicht nur Menschen interessiert das Treiben auf den Olympischen Wettkampfstätten in Whistler. Auch Luchse gesellen sich zuweilen unter die Zuschauer.

Das Gebiet zwischen Whistler Mountain und Blackcomb Peak nennen neben 10'000 Einohnern und unzähligen Touristen auch viele wilde Tiere ihr Zuhause.

Murmeltiere, nach deren Pfeifen (engl. to whistle) der Wintersportort benannt ist, aber auch Schwarzbären und Luchse teilen sich den Lebensraum mit Menschen.

So erstaunt es nicht, dass sich diese auch von einigen farbigen Abschrankungen nicht davon abhalten lassen, ab und zu die Pisten und Bobbahnen zu besuchen. Der Luchs ist hier im Winter ein oft gesehener Gast.

Ein Luchs nutzte eine kurze Pause beim Ski-Training zu einer Erkundungstour. Foto: Keystone/SF


Foto: Keystone/SF

 

Dezember 2009

Erweitertes Fotofallenmonitoring auf großer Fläche
- im Bayerischen Wald und Šumava

Die Luchse der Böhmerwaldpopulation stehen weiter unter Beobachtung. Als effizenteste Methode hat sich dabei das Fotofallenmonitoring erwiesen. In einer neuen Phase wird nun diesen Winter das Monitoring auf Bereiche des östlichen Bayerischen Waldes und des NP Šumava ausgedehnt. Durch diese Zusammenarbeit kann nun ein Beobachtungsgebiet von ca. 900 km2 in den zentralen Lagen des Böhmerwaldes abgedeckt werden.

In einer zukünftigen Phase sollten unbedingt auch weiter östlich gelegene Gebiete in Südböhmen und in Österreich mittels eines systematischen Fofofallenmontorings erfasst werden. Dafür ist aber eine Finanzierung notwendig, die es derzeit leider nicht gibt.

Ein Fotofallenmonitoring liefert wertvolle Hinweise auf die Anzahl der vorhandenen Tiere sowie eine Identifizierung von Einzeltieren auf Grund der individuellen Fellfleckung der Luchse.


Foto: T.Engleder

 

November 2009

Rückkehr der Wölfe nach Österreich
- Steiermark und Tirol

2009 ist ein Jahr mit erfreulich vielen Wolfhinweisen in Österreich. Besonders in der Steiermark, in Kärnten und in Tirol gibt es bestätigte Hinweise auf Wölfe. In der Steiermark wurden Wölfe vor allem im Wechselgebiet und im Bereich Knittelfeld - St.Veit/Glan bestätigt. Wildökologische Untersuchungen ergaben neben der sicheren Bestätigung als Wolfsnachweise auch Hinweise auf die Herkunft der Wölfe. Die Wölfe im Wechselgebiet stammen aus der Karpaten- sowie der Italienpopulation. Die Tiere von Knittelfeld-St.Veit/Glan aus den kroatischen Dinariden. Ein Beweis mehr also, dass Österreich als Verbindungsglied für das langfristige Überleben der verschiedenen europäischen Wolfspopulationen eine überaus wichtige Rolle spielt.

In Tirol machte Ende Oktober ein Wolf im Bezirk Imst auf sich aufmerksam, als er Schafe riss. Eine Analyse ergab, dass es sich hier um einen Wolf aus der italienischen Population handelt, was nicht weiter verwundert, wo doch in der Vergangenheit immer wieder Wölfe aus der Italienpopulation in die Schweiz und von dort weiter östlich wanderten.

Was also Fachleuten seit vielen Jahren erwarten wird jetzt anscheinend Realität. Als dritter großer Beutegreifer (nach Luchs und Bär) schickt sich der Wolf an dauerhaft nach Österreich zurückzukehren. Auch hier wird der Umgang des Menschen mit dieser Tierart auf Neue zu erlernen und eine Portion Akzeptanz von Nöten sein.

Ein guter Anfang wär einmal in allen Bundesländern Entschädigungsmechanismen für von Wildtieren gerissene Haustiere zu etablieren. In vielen Bundesländern funktioniert dies für Bär und Luchs schon recht gut ... als Dritten im Bunde sollte man hier den Wolf miteinbinden.


Foto: T.Engleder

 

Oktober 2009

Aktuelles zum Luchs im Nordwesten Österreichs
- Kurzer Zwischenbericht 2008/2009

Eine aktuelle Übersicht zur Situation des Luchses im Böhmerwald, Mühlviertel, Waldviertel gibt unser kurzer Zwischenbericht mit aktuellen Verbreitungskarten. Runderladen können Sie den Bericht unter obigem link.


Foto: T.Engleder

 

September/Oktober 2009

Luchsrissseminar - Fortbildung
- 09.10.2009 in Hohenbrunn

Am 09.10.2009 findet wieder ein eintägiges Luchsrissseminar als Fortbildung des OÖ Landesjagdverbandes statt. Hier wird vermittelt und aufgefrischt, wie man Luchshinweise richtig erkennt.

Anmeldung beim OÖ Landesjagdverband.

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Das Luchsrissseminar war gut besucht. Unten OFö. R.Traunmüller erläuternd am Riss.


Foto: T.Engleder

 

September 2009

Luchsfoto
- aus dem südl. Waldviertel bei Emmerstorf an der Donau

Im Februar 2009 gelang ein Zufallsfoto eines Luchses im südlichen Waldviertel - nahe Emmerstorf an der Donau. Die Beobachtung und das Foto sind umso erfreulicher, als aus diesem Gebiet bisher noch keine "hard facts" zum Luchs vorlagen. Der Naturpark Jauerling im Norden der Beobachtungsstelle dürfte ein gutes Habitat für den Luchs darstellen. Besonders interessant ist auch, dass der Luchs direkt an einem national bedeutenden Biokorridor zwischen Mühlviertel/Waldviertel einerseits und den Alpen andererseits gesichtet wurde.

Vielen Dank an den Fotografen Lukas Traxler für die Bereitstellung des Fotos.


Foto: Lukas Traxler

 

August 2009

Unsichtbare Luchse sichtbar machen
- Fotofallenmonitoring von Luchsen

Das Monitoring von Luchsen bildet eine wichtige Basis um einen guten Umgang von Mensch & Luchs zu fördern. Gute Ergebnisse erzielten hier in jüngster Zeit der Naturpark und der Nationalpark Bayerischer Wald. Beide Institutionen lieferten den Beweis, dass man mit Hilfe von automatischen Kameras (Fotofallen) Luchse in einem Gebiet wie dem Böhmerwald gut nachweisen kann. Da die Fellmusterung eines jeden Luchses individuell verschieden ist (ähnlich wie der Fingerabdruck beim Menschen) sind fotografierte Luchse auch individuell unterscheidbar.

Für die Luchsgebiete im Norden Österreichs (Böhmerwald, Mühlviertel, Waldviertel) wäre ein derartiges Fotofallenmonitoring sehr wünschenswert. Wir hoffen ein solches Projekt in Kooperation mit Forst, Jagd und Naturschutz bald realisieren zu können.

Fotofallenmonitoring im Naturpark Bayerischer Wald
Fotofallenmonitoring im Nationalpark Bayerischer Wald


Foto: Luchsprojekt Bayern

 

Juli 2009

Luchs, Wolf & Bär zwischen Karpaten und Alpen
- internationale Tagung im NP Nízke Tatry, SK

Anfang Juli 2009 fand im Nationalpark Nízke Tatry, SK eine 4tägige Tagung zum Thema "Luchs, Wolf & Bär zwischen Karpaten und Alpen" statt. Die internationale Tagung mit Fachleuten von Frankreich bis Rumänien gab einen guten Überblick über die Situation der drei großen Beutegreifer in Mitteleuropa. Auffallend dabei ist, dass vor allem Rumänien und die Slowakei die größten Populationen dieser Tiere beheimaten. Der geübtere Umgang unserer mittel-osteuropäischen Nachbarn mit den großen 3 war dabei besonders beeidruckend. Für ein nachhaltiges Überleben der drei großen europäischen Wappentiere sind Erhalt und Vernetzung von Lebensräumen in den Karpaten und den Alpen besonders wichtig. Dem Böhmerwald kommt dabei eine besondere Stellung als Brückenkopf zu. Unser internationaler Ansatz CELTIC, zur Umsetzung einer guten Koexistenz von Luchs & Mensch in Mitteleuropa, passt da sehr gut ins Bild.


Bärenlosung im NP Nízke Tatry; Foto: T.Engleder

 

Mai 2009

Wolf in Kärnten
- frische Nachweise im Spätwinter

Im Spätwinter 2009 tauchten in Kärnten Hinweise (Losung, Spuren) auf einen Wolf auf. Nach eingehenden Untersuchungen (u.a. genetische Analysen in den Schweiz) steht fest, dass es sich um einen Wolf handelt, der aus dem Osten nach Kärnten kam.

Einzelnachweise von Wölfen in Österreich sind nichts ungewöhnliches, da die Tiere sehr mobil sind und große Strecken zurücklegen können. In vielen Nachbarländern Österreichs sind Wölfe heimisch. Bislang wurden in Österreich nur Einzelwölfe und keine Rudel beobachtet. Wahrscheinlich ist es aber nur eine Frage der Zeit, bis Wölfe auch in Österreich wieder dauerhaft Fuss fassen können.


Wolf; Foto: B.Landgraf

 

April 2009

Luchs & Mensch im Nordwesten Österreichs
- Böhmerwald, Mühlviertel, Waldviertel

Nach Beendigung unser INTERREGIIIA-Projektes Luchs im Jahr 2008 stellen wir hier die Zusammenfassung der Ergebnisse allen Interessierten bereit.




 

März 2009

Jagd ist Verantwortung für Wild und Lebensraum
- das gilt auch für den Luchs

Die wiederholte Forderung der Rohrbacher Jägerschaft nach einer Bejagung des Luchses - zuletzt durch BJM Dr. Spannocchi am Bezirksjägertag - muss sehr kritisch gesehen und zurückgewiesen werden. Es gibt keine bejagbare Luchspopulation im Bezirk. Die einzelnen Tiere, die vorwiegend im Böhmerwald ihre Spuren hinterlassen, haben große Teile ihres durchschnittlich 100 km2 großen Streifgebietes in Tschechien.

Im Jagdjahr 2006/2007 wurden von der Rohrbacher Jägerschaft 7 Luchsrissmeldungen gemacht, im Jagdjahr 2007/2008 waren es 17. Zum Vergleich: ein Luchs braucht pro Jahr 50-60 Rehe. Gleichzeitig wurden im Bezirk 5.594 bzw. 5.146 Rehe (inkl. Unfall/Fallwild) erlegt. Für das ablaufende Jagdjahr gelten ähnliche Größenordnungen.

Der Luchs ist nicht umsonst streng geschützt und wertvolles Schutzgut nach Natura2000. Im ganzen Mühlviertel ist für mindestens 20 erwachsene reviertreue Luchse Lebensraum vorhanden. Wissenschaftliche Schätzungen gehen heute von einem aktuellen Bestand von vielleicht 5 Tieren aus - die aber große Teile ihres Streifgebietes in den angrenzenden Ländern haben. In der derzeitigen Situation wäre eine Bejagung verantwortungslos!


Bild: Naturmuseum St. Gallen

 

Februar 2009

Luchspräsentation auf muehlviertelnatur.at

Eine neue, sehr ansprechende und kurzweilige Luchspräsentation findet sich auf der Seite unserer Kollegen auf muehlviertelnatur.at. Mit aussagekräftigen Bildern und Bilduntertexten wird hier der Luchs vorgestellt.




 

Jänner 2009

Erstmals Luchs in Österreich besendert
Jungluchs besendert und wieder in Freiheit entlassen

In der Nacht vom 28. auf den 29. Jänner wurde ein besenderter Jungluchs im Nationalpark Kalkalpen frei gelassen. Es handelt sich dabei um ein Jungtier, das im Bezirk Kirchdorf auftauchte und mehrmals gesichtet werden konnte. Die „Projektgruppe Luchs“ hat sich des Themas angenommen. Die Projektgruppe, die aus der Landesjagdbehörde, dem OÖ Landesjagdverband, dem Forschungsinstitut für Wildtierkunde, der Nationalpark Kalkalpen Gesellschaft, den Österreichischen Bundesforsten, einem Amtstierarzt, dem Naturschutzbund Oberösterreich und dem WWF besteht, ist nach einem Managementplan vorgegangen. Der Luchs ist ein bedeutender Bestandteil der natürlichen Artenvielfalt und für den Menschen ungefährlich.

Der Jungluchs wurde am Mittwoch, 28. Jänner eingehend untersucht. Dabei wurde festgestellt, dass es sich um ein männliches, 14 kg schweres, gesundes, Jungtier handelt, das keine Anzeichen einer Gehegehaltung aufwies. Daraufhin wurden Blut- und Haarproben zur weiteren genetischen Untersuchung entnommen. Schließlich wurde der Luchs mit einem Chip versehen, mit einem gut sichtbaren Halsband besendert und nach weiterer Beratung, in großer Entfernung zum Fangort, im Nationalpark Kalkalpen wieder in die Freiheit entlassen.

Der Halsbandsender ermöglicht nun eine GPS Telemetrie, mittels der die Aufenthaltsorte des Luchses festgestellt und seine Aktivitäten überwacht werden können. Aus den Aktivitäten des Jungluchses erwartet sich die Projektgruppe Luchs auch wertvolle Hinweise auf das Raumverhalten von Luchsen, ihren Nahrungspräferenzen und auf das Sozialverhalten.

Entscheidend für die weitere Zukunft des Jungluchses wird sein, ob er in der Lage ist, sich zu ernähren, den Winter zu überstehen und ein eigenes Revier zu finden.

 

Dezember 2008

Spuren im Schnee - Luchshinweise bitte melden

Es ist wieder soweit. Der winterliche Schnee macht es leichter dem Luchs auf die Spur zu kommen. Durch große runde Abdrücke im Schnee macht der Luchs auf sich aufmerksam. Wenn Sie bei einem Ihrer winterlichen Ausflüge auf Luchspuren treffen oder gar einen Luchs sehen, dann bitten wir um Ihre Mitteilung. Wenn Sie bei Ihrer Bestimmung sicher gehen wollen, dann schauen Sie doch auf der Seite mit der Fährtenkunde vorbei. Melden können Sie Ihre Beobachtung hier.

 

Oktober/November 2008

Luchse in den Dinariden - Fotofallen-Videos online

Auch im Dinarischen Gebirge, im Grenzgebiet Slowenien-Kroatien gibt es ein ambitioniertes Luchsprojekt. Eine umfangreiche website informiert in Slowenisch, Kroatisch und bald auch in Englisch über Schutz, Monitoring und Forschung der dinarischen Luchspopulation. Besonders interessant und spannend zum Anschauen sind die Fotofallen-Videos aus dem dinarischen Luchsmonitoring

 

September 2008

Luchse in den Ukrainischen Waldkarpaten

Ein Besuch in Transkarpatien (Ukrainische Waldkarpaten) eröffnete spannende Einblicke in einen besonders attraktiven Luchslebensraum. Der ukrainische Anteil am Karpatenbogen hat eine Länge von ca. 250 km und ist Lebenraum von Luchs, Bär und Wolf.

Aus ökologischer Sicht besonders hervorzuheben sind die großen Urwälder, die weiten naturnahen & störungsarmen Wälder und eine für westliche Sichtweisen unvorstellbar extensive Kleinlandwirtschaft und Weidewirtschaft.

Dementsprechend hoch ist auch die dortige Biodiversität, die teilweise in ausgedehnten Schutgebieten geschützt wird. So oder so ähnlich müssen auch die Lebensräume im Mühl- und Walviertel vor vielen Jahren ausgesehen haben, bevor eine stetige Nutzungsintensivierung immer mehr Arten verdrängte und ausrottete.

Auch wenn das Zusammenleben von Großen Beutegreifern und Menschen in den Ukrainischen Waldkarpaten nicht immer völlig harmonisch ist, so ist doch besonders bemerkenswert, dass dort ein Miteinander von Mensch und Wildtier seit vielen Jahrhunderten ununterbrochen möglich und Alltag ist.

Als Österreicher ist man fast ein bißchen beschämt angesichts der eigenen Ausrottungsgeschichte und mangelnden Bereitschaft einigen wenigen Luchsen, Bären und Wölfen in Österreich Lebensraum und Lebenrecht zuzugestehen.

Im Zuge der Mitteleuropäischen Luchs-Initiative CELTIC müssen wir neben Deutschland, Österreich, Tschechien, Polen, Slowakei und Ungarn vor allem auch die Ukraine und Rumänien verstärkt mitdenken und einbinden.


 

September 2008

Natur & Land - Schwerpunkt Konflikte mit Wildtieren

Konflikte mit Wildtieren sind so alt wie die Menschheit selbst. Häufig müssen Tiere als Sündenböcke für menschliche Fehler herhalten. Meist sind es nur magelhaftes Wissen und fehlende Toleranz, die ein verträgliches Miteinander ermöglichen.

Menschen benehmen sich häufig so, als wären sie allein auf dieser Welt, als wären ihre Ansprüche die einzig gültigen. Mit der Folge, dass sie Konkurrenten, ob echte oder vermeintliche, gnadenlos verfolgen.

Die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift Natur & Land (3/4, 2008) beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit der vom Aussterben bedrohten Toleranz gegenüber Wildtieren und mit Sündenböcken aller Art.

Den Beitrag zum Luchs finden Sie, wenn sie auf folgendes Bild klicken.


 

September 2008

Starke Lobby für den Luchs in der Steiermark

Startschuss für das Projekt "Luchs in der Steiermark" im Naturschutzzentrum im Brucker Weitental. Es soll das Bewusstsein für den Luchs gestärkt werden.

Nach acht Monaten Vorbereitungszeit war es soweit, am Sonntag 07.09.2008 konnte im Weitental bei Bruck das Projekt "Luchs in der Steiermark" aus der Taufe gehoben werden. "Im Hinterkopf hatte ich ein solches Projekt schon lange", erklärte Siegfried Prinz, der Leiter des Naturschutzzentrums Weitental. Befindet sich doch das Weitental zum einen im Einzugsbereich bestätigter Luchsvorkommen. Zum anderen liegt der Raum Bruck auch in unmittelbarer Nähe von Durchzugsstrecken und Wanderrouten von Bären, aber eben auch der wenigen heimischen Luchse.

Ausgestorben. Das Naturschutzzentrum Weitental wird nun eine Informations-Drehscheibe für die Katze mit den charakteristischen Pinselohren, die in unseren Breiten schon ausgestorben war. So werden Führungen zum Thema organisiert, eine Ausstellung über den Luchs, seinen Lebensraum und seine Perspektiven in der Steiermark aufgebaut, ein Informationpavillon errichtet und Fachkonferenzen abgehalten.

Heimlich. Man strebt die Vernetzung mit bestehenden Luchs-Projekten an, und auch die Jägerschaft war von Anfang an in das Vorhaben eingebunden - sind es doch vorwiegend Jäger, die Rehrisse, Spuren oder die Losung der Tiere sehen. "Denn der Luchs ist zwar nicht scheu, aber heimlich", sagte der Wildbiologe Thomas Huber, einer der führenden Luchs-Experten Österreichs, der das Projekt begleitet. In jüngster Zeit gab es übrigens in Frohnleiten und in St. Peter-Freienstein Rehrisse, die wahrscheinlich dem Luchs zuzuordnen sind. (kleinezeitung.at)

Wir von luchs.boehmerwaldnatur.at unterstützen das steierische Luchsprojekt von Anfang an und freuen uns über eine weitere Anlaufstelle in Sachen Luchs in der Steiermark.


 

September 2008

Neue Luchsnachrichten Bayern

Die neueste Ausgabe der Luchs-Nachrichten unseres bayerischen Partnerprojektes ist erschienen.

Sie widmet sich diesmal schwerpunktmäßig dem Fotofalleneinsatz, der im vergangenen Winter im Naturpark Bayerischer Wald durchgeführt wurde. Erfreuliche Ergebnisse deuten darauf hin, dass das Fotofallenmonitoring den Weg hin zu qualitativ hochwertigeren Daten weist und eine vielversprechende Methode ist, den Luchsbestand in Bayern und hoffentlich eines Tages auch im Mühl- und Waldviertel großräumig zu erfassen.

 

August 2008

Bayern hilft bedrohten Wildtieren über die Straße - Landesweite Grünbrücken-Analyse fertig

"Klimawandel bedroht Artenvielfalt: Tiere wie Luchs und Wildkatze müssen wandern können"
Mit einer Bayern-weiten Grünbrücken-Analyse sollen Biotope noch besser vernetzt und Wanderwege für viele bedrohte Tierarten neu erschlossen werden. Dies erklärte Bayerns Umweltminister Otmar Bernhard in München anlässlich der fertig gestellten Straßenquerungs-Analyse. Bernhard: "Ein entscheidender Punkt in Bayerns Biodiversitätsstrategie ist, die Lebensräume von wandernden Tierarten besser zu verbinden. Grünbrücken ermöglichen es bedrohten Wildtieren wie Luchs und Wildkatze, sicher die Straßen zu queren." Die möglichen Wanderwege wurden mit Hilfe eines Computermodells berechnet. Danach sollten neben der Ausstattung bestehender Grünbrücken mit Blendschutz und Deckung 65 zusätzliche Grünbrücken ausreichen, das bestehende Netz aus Biotopen optimal zu verbinden. "Der Klimawandel wird Lebensräume verschieben. Viele Wildtiere, die sich an die geänderten Umweltbedingungen nicht anpassen können, brauchen Wanderwege, um geeignete neue Lebensräume zu finden. Zudem dient eine solche Vernetzung dem genetischen Austausch zunehmend isolierter Populationen", so Bernhard. In Bayern existiert mit den Natura2000 Gebieten, den Naturschutzgebieten, den Nationalparken sowie den BayernNetz-Natur Projekten ein dichtes Netz von Biotopen.
Untersucht wurden 52 Abschnitte von 14 Autobahnen und drei Bundesstraßen. Insgesamt wurden 2.136 Kilometer Straße und 2.981 Bauwerke unter die Lupe genommen. Die möglichen Wanderwege wurden am Beispiel Luchs und Hirsch mit Hilfe eines Computermodells auf Basis von Satellitendaten berechnet. Beide Tierarten beanspruchen große Reviere und wandern weit: zur Nahrungssuche, zwischen Sommer- und Winterquartier und um ein neues Revier zu finden. Aber auch für kleinere Arten wie Wildkatze, Wildschweine, Rehe, Dachs, Fuchs, Feldhase und Fischotter sind diese Querungshilfen wertvoll.

J.Limberger (Grafik)

 

Juli 2008

Reiche Beute für die Jäger

Mit einer imposanten Abschussbilanz kann der Jagdverband in Oberösterreich aufwarten: Mit 57.762 Feldhasen sowie 50.027 Stück Fasanwild wurden in den vergangenen zwölf Monaten doppelt so viele geschossen wie im Jagdjahr davor. Fast verdreifacht hat sich die so genannte Strecke beim Schwarzwild mit 1307 Wildschweinen. Steigerungen gab es auch bei den Füchsen (7148), Mardern (4302) sowie Dachsen (1438). Beim Rehwild konnten mit 65.375 Tieren die Abschusspläne nicht erfüllt werden. (SN vom 19.07.08)

 

Juni 2008

Die Großen 3 - in guter Verbindung?
Die Wanderungen der Großbeutegreifer zwischen Karpaten, Böhmerwald und Alpen.

Luchs, Bär und Wolf sind Tiere mit großen Raumansprüchen. Wenn es daheim eng wird, machen sich die Jungen auf, eigene Lebensräume zu suchen. Das war schon immer so. In Mitteleuropa haben wir das Glück, dass die Menschen in den Karpatenländern nie verlernt haben mit den drei Großen zu leben. Das war in anderen Teilen Europas ganz anders. Da wurden Bär, Luchs und Wolf verfolgt, gefangen, erschossen und schließlich ausgerottet. In späteren Zeiten wurden, als eine Art Wiedergutmachung, Wiederansiedlungsversuche mit mehr oder weniger Erfolg unternommen. Meist kamen diese Tier aus den Karpaten.

Heute ist Mitteleuropa zusammengewachsen. An einer Linie, wo noch vor wenigen Jahren eine totbringende Grenze die Länder teilte.

Das Überleben der drei großen, attraktiven, heimischen Beutegreifer als europäisches Naturerbe muss ermöglicht werden. Wenn es für uns Menschen selbstverständlich ist, quer durch den Kontinent zu reisen, so muss es erst recht für Luchs, Bär und Wolf möglich sein. Gesunde Wildtierpopulationen brauchen genetischen Austausch.

Eine Verkehrswegeplanung, die die Bedürfnisse von Tieren berücksichtigt und der Bau von Grünbrücken an sensiblen Stellen, können den Bedürfnissen von Mensch und Tier gerecht werden.

Unser neuer Folder soll beitragen zu einem gemeinsamen Europa von Natur & Mensch.


zum download bitte auf Bild clicken

Zeitungsartikel von 06/2008

 

Mai 2008

Land der Bären zukunftsreich?

35 Jahre nach der Rückkehr des Braunbären nach Österreich und 18 Jahre nach der ersten Wiedereinbürgerung einer Bärin in den Nördlichen Kalkalpen ist die Zukunft dieser Tierart in Österreich mehr als unsicher. Die anfängliche Euphorie, ausgelöst durch jährlich nachgewiesene Jungbären, ist verflogen, aktuelle genetische Untersuchungen gehen nur mehr von drei Bären in den Nördlichen Kalkalpen aus. Beispiele aus der Schweiz und Italien zeigen, was in unseren Nachbarländern für den Aufbau einer überlebensfähigen Bärenpopulation getan wird.

Die OÖ Akademie für Umwelt und Natur veranstaltete dazu eine Tagung. Quintessenz ist: Ohne neuerlicher großzügiger Bestandsstützungen in den Nördlichen Kalkalpen, wird der Bär in Österreich ein zweites mal aussterben. Ein mittelfristiger Zielwert von 100 Bären für die österreichischen Alpen wurde formuliert. Dazu braucht es aber zuerst Wiederansiedelungen, die von einer breiten Basis aus Jagd, Forst, Landwirtschaft, Naturschutz und Politik getragen werden.


Bär, Luchs & Wolf können auch heute eine Heimat in Mitteleuropa haben, wenn der Mensch dazu bereit ist.

 

Mai 2008

Luchs auf Wanderschaft - 200 km - Rekord!

Schweizer Luchs stellt Wanderrekord auf
Vom Zürcher Tösstock bis in die italienischen Ostalpen

Der im Winter im Schweizerischen Nationalpark in die Kastenfalle gegangene Luchs stammt vom Tössstock im Kanton Zürich. Unterdessen ist das mit einem Sender versehene Tier weit in die Italienischen Alpen abgewandert - 200 Kilometer Luftlinie vom Tössstock entfernt.

Das 24 Kilo schwere Luchsmännchen ist ein Jungtier. Er wurde 2006 geboren und ging im Februar im Nationalpark in die Falle. Der Luchs wurde mit einem Sender versehen und wieder freigesetzt.

Im September 2007 wurde er im St. Galler Rheintal fotografiert, als er auf der für Jungtiere typischen Wanderschaft war. In den folgenden beiden Monaten entfernte er sich ungewöhnlich weit weg vom ständigen Luchsareal und erreichte das Engadin.

Den Winter verbrachte der Jungluchs im Nationalpark am gedeckten Tisch:Er riss Gemsen und Rothirsche. Mitte März setzte er seine Wanderung fort und gelangte über Bormio und Valfurva in die Val di Sole (Trentino) und zum Deutschnonsberg (Südtirol).

Hierauf drang er bis zur Brentagruppe vor, an deren östlichem Abhang er sich gemäss Nationalparkangaben derzeit aufhält, mitten im Kernareal der dortigen Braunbärenpopulation. Damit hat sich der Luchs 200 Kilometer Luftlinie von seinem Geburtsort und 80 Kilometer vom Fangplatz im Park entfernt.

Die dokumentierte Wanderung des Jungluchses vom Tössstock bis tief in die Italienischen Ostalpen ist die ausgedehnteste, die bisher von einem Luchs im Alpenraum nachgezeichnet wurde. Das überraschende Auftreten des Luchses im Engadin führte zu Spekulationen über eine illegale Aussetzung. Die Analysen widerlegen dies nun. (aus NZZ vom 05.05.08)

Vergleicht man diese unglaubliche Strecke mit Entfernungen in der Böhmerwalpopulation wäre dies vergleichbar mit einer Luchswanderung

+ vom Oberpfälzer Wald in die Wachau
+ vom Altvatergebirge ins Waldviertel oder
+ vom Böhmerwald nach Kärnten.

Natürlich vorausgesetzt es gibt da eine Landschaft, wo er durchkommt - sprich Biokorridore!


200 km Luftlinie legte der junge besenderte Luchs in der Schweiz zurück - das entspricht einer Wanderung vom Böhmerwald nach Kärnten.

 

April 2008

Managementplan Luchs - Bayern

Der Freistaat Bayern hat Managementpläne für Luchs, Bär und Wolf erarbeitet. Den neuen Luchsmanagementplan finden sie hier.
 

April 2008

Wildtierquerungs-Möglichkeiten für die geplante
S10 (Linz - C.Budejovice) dringend notwendig

Die Planungen für die S10, die autobahnähnliche Schnellstraßenverbindung von Linz zur tschechischen Grenze nach Wullowitz sind seit längerem voll im Gange. Was leider weniger voll im Gange ist, ist die Planung für funktionsfähige Ausgleichmaßnahmen um die Vernetzung der Landschaft für Wildtiere weiterhin sicher zu stellen. Gerade das Gebiet nördlich von Freistadt ist wichtig für die Verbindung von Wildtierlebensräumen in Ost und West also im Böhmerwald und im Freiwald/Novehradske hory. Neben vielen kleineren Tieren sind es vor allem die Wappentiere von Naturschutz und Jagd, die hier einen Lebensraum haben und denen alte Wanderwege nicht abgeschnitten werden dürfen. Luchs, Hirsch, Elch, Fischotter und Wolf sind Tierarten von europäischer Dimension. Von ebensolcher Dimension sollte auch die Planung für Biokorridore und Grünbrücken an der S10 sein. mehr


Grünbrücken-/Wildtierquerungsbedarf an der geplanten S10 nördlich von Freistadt.

 

März 2008

Luchs-Website geht online

Obwohl der Luchs seit mehreren Jahr(zehnt)en wieder durch unsere Wälder streift gab es bis vor kurzem keine ausführliche österreichische Luchsseite im Internet. Hier haben wir Abhilfe geschaffen und stellen unter http://luchs.boehmerwaldnatur.at den Luchs, seinen Lebensraum und sein Auskommen mit dem Menschen umfangreich dar. Die erste österreichische Luchs-Website geht online.
 

Das Luchsprojekt...

... ist ein Artenhilfsprojekt von
önj Haslach und Naturschutzbund
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