Den Grundstein für die heutige
Luchspopulation in der 3-Länder-Region Böhmerwald
legte die Wiederansiedelung von 17 Luchsen der tschechischen
Naturschutzbehörden in den 1980er Jahren.
Heute sind Nationalpark und Biosphärenreservat Sumava/Böhmerwald
wichtige Lebens- und Reproduktionsräume für den
Luchs.
Februar 2010
Luchs als Zuschauer bei den
Olympischen Spielen
- in Vancouver 2010
Nicht nur Menschen interessiert das
Treiben auf den Olympischen Wettkampfstätten in Whistler.
Auch Luchse gesellen sich zuweilen unter die Zuschauer.
Das Gebiet zwischen Whistler Mountain und Blackcomb Peak
nennen neben 10'000 Einohnern und unzähligen Touristen
auch viele wilde Tiere ihr Zuhause.
Murmeltiere, nach deren Pfeifen (engl. to whistle) der
Wintersportort benannt ist, aber auch Schwarzbären
und Luchse teilen sich den Lebensraum mit Menschen.
So erstaunt es nicht, dass sich diese auch von einigen
farbigen Abschrankungen nicht davon abhalten lassen, ab
und zu die Pisten und Bobbahnen zu besuchen. Der Luchs ist
hier im Winter ein oft gesehener Gast.
Ein Luchs nutzte eine kurze Pause beim Ski-Training zu
einer Erkundungstour. Foto: Keystone/SF
Foto: Keystone/SF
Dezember 2009
Erweitertes Fotofallenmonitoring
auf großer Fläche
- im Bayerischen Wald und Šumava
Die Luchse der Böhmerwaldpopulation
stehen weiter unter Beobachtung. Als effizenteste Methode
hat sich dabei das Fotofallenmonitoring erwiesen. In einer
neuen Phase wird nun diesen Winter das Monitoring auf Bereiche
des östlichen Bayerischen Waldes und des NP Šumava
ausgedehnt. Durch diese Zusammenarbeit kann nun ein Beobachtungsgebiet
von ca. 900 km2 in den zentralen Lagen des Böhmerwaldes
abgedeckt werden.
In einer zukünftigen Phase sollten unbedingt auch
weiter östlich gelegene Gebiete in Südböhmen
und in Österreich mittels eines systematischen Fofofallenmontorings
erfasst werden. Dafür ist aber eine Finanzierung notwendig,
die es derzeit leider nicht gibt.
Ein Fotofallenmonitoring liefert wertvolle Hinweise auf
die Anzahl der vorhandenen Tiere sowie eine Identifizierung
von Einzeltieren auf Grund der individuellen Fellfleckung
der Luchse.
Foto: T.Engleder
November 2009
Rückkehr der Wölfe
nach Österreich
- Steiermark und Tirol
2009 ist ein Jahr mit erfreulich vielen
Wolfhinweisen in Österreich. Besonders in der Steiermark,
in Kärnten und in Tirol gibt es bestätigte Hinweise
auf Wölfe. In der Steiermark wurden Wölfe vor
allem im Wechselgebiet und im Bereich Knittelfeld - St.Veit/Glan
bestätigt. Wildökologische Untersuchungen ergaben
neben der sicheren Bestätigung als Wolfsnachweise auch
Hinweise auf die Herkunft der Wölfe. Die Wölfe
im Wechselgebiet stammen aus der Karpaten- sowie der Italienpopulation.
Die Tiere von Knittelfeld-St.Veit/Glan aus den kroatischen
Dinariden. Ein Beweis mehr also, dass Österreich als
Verbindungsglied für das langfristige Überleben
der verschiedenen europäischen Wolfspopulationen eine
überaus wichtige Rolle spielt.
In Tirol machte Ende Oktober ein Wolf im Bezirk Imst auf
sich aufmerksam, als er Schafe riss. Eine Analyse ergab,
dass es sich hier um einen Wolf aus der italienischen Population
handelt, was nicht weiter verwundert, wo doch in der Vergangenheit
immer wieder Wölfe aus der Italienpopulation in die
Schweiz und von dort weiter östlich wanderten.
Was also Fachleuten seit vielen Jahren erwarten wird jetzt
anscheinend Realität. Als dritter großer Beutegreifer
(nach Luchs und Bär) schickt sich der Wolf an dauerhaft
nach Österreich zurückzukehren. Auch hier wird
der Umgang des Menschen mit dieser Tierart auf Neue zu erlernen
und eine Portion Akzeptanz von Nöten sein.
Ein guter Anfang wär einmal in allen Bundesländern
Entschädigungsmechanismen für von Wildtieren gerissene
Haustiere zu etablieren. In vielen Bundesländern funktioniert
dies für Bär und Luchs schon recht gut ... als
Dritten im Bunde sollte man hier den Wolf miteinbinden.
Foto: T.Engleder
Oktober 2009
Aktuelles zum Luchs im Nordwesten
Österreichs
- Kurzer Zwischenbericht 2008/2009
Eine aktuelle Übersicht zur Situation
des Luchses im Böhmerwald, Mühlviertel, Waldviertel
gibt unser kurzer Zwischenbericht
mit aktuellen Verbreitungskarten. Runderladen können
Sie den Bericht unter obigem link.
Foto: T.Engleder
September/Oktober 2009
Luchsrissseminar - Fortbildung
- 09.10.2009 in Hohenbrunn
Am 09.10.2009 findet wieder ein eintägiges
Luchsrissseminar als Fortbildung des OÖ Landesjagdverbandes
statt. Hier wird vermittelt und aufgefrischt, wie man Luchshinweise
richtig erkennt.
Das Luchsrissseminar war gut besucht. Unten OFö.
R.Traunmüller erläuternd am Riss.
Foto: T.Engleder
September 2009
Luchsfoto
- aus dem südl. Waldviertel bei Emmerstorf an der Donau
Im Februar 2009 gelang ein Zufallsfoto
eines Luchses im südlichen Waldviertel - nahe Emmerstorf
an der Donau. Die
Beobachtung und das Foto sind umso erfreulicher, als aus
diesem Gebiet bisher noch keine "hard facts" zum
Luchs vorlagen. Der Naturpark Jauerling im Norden der Beobachtungsstelle
dürfte ein gutes Habitat für den Luchs darstellen.
Besonders interessant ist auch, dass der Luchs direkt an
einem national bedeutenden Biokorridor zwischen Mühlviertel/Waldviertel
einerseits und den Alpen andererseits gesichtet wurde.
Vielen Dank an den Fotografen Lukas Traxler für die
Bereitstellung des Fotos.
Foto: Lukas Traxler
August 2009
Unsichtbare Luchse sichtbar
machen
- Fotofallenmonitoring von Luchsen
Das Monitoring von Luchsen bildet eine
wichtige Basis um einen guten Umgang von Mensch & Luchs
zu fördern. Gute Ergebnisse erzielten hier in jüngster
Zeit der Naturpark und der Nationalpark Bayerischer Wald.
Beide Institutionen lieferten den Beweis, dass man mit Hilfe
von automatischen Kameras (Fotofallen) Luchse in einem Gebiet
wie dem Böhmerwald gut nachweisen kann. Da die Fellmusterung
eines jeden Luchses individuell verschieden ist (ähnlich
wie der Fingerabdruck beim Menschen) sind fotografierte
Luchse auch individuell unterscheidbar.
Für die Luchsgebiete im Norden Österreichs (Böhmerwald,
Mühlviertel, Waldviertel) wäre ein derartiges
Fotofallenmonitoring sehr wünschenswert. Wir hoffen
ein solches Projekt in Kooperation mit Forst, Jagd und Naturschutz
bald realisieren zu können.
Luchs, Wolf & Bär
zwischen Karpaten und Alpen
- internationale Tagung im NP Nízke Tatry, SK
Anfang Juli 2009 fand im Nationalpark
Nízke Tatry, SK eine 4tägige Tagung zum Thema
"Luchs, Wolf & Bär zwischen Karpaten und Alpen"
statt. Die internationale Tagung mit Fachleuten von Frankreich
bis Rumänien gab einen guten Überblick über
die Situation der drei großen Beutegreifer in Mitteleuropa.
Auffallend dabei ist, dass vor allem Rumänien und die
Slowakei die größten Populationen dieser Tiere
beheimaten. Der geübtere Umgang unserer mittel-osteuropäischen
Nachbarn mit den großen 3 war dabei besonders beeidruckend.
Für ein nachhaltiges Überleben der drei großen
europäischen Wappentiere sind Erhalt und Vernetzung
von Lebensräumen in den Karpaten und den Alpen besonders
wichtig. Dem Böhmerwald kommt dabei eine besondere
Stellung als Brückenkopf zu. Unser internationaler
Ansatz CELTIC, zur Umsetzung einer guten Koexistenz von
Luchs & Mensch in Mitteleuropa, passt da sehr gut ins
Bild.
Bärenlosung im NP Nízke Tatry;
Foto: T.Engleder
Mai 2009
Wolf in Kärnten
- frische Nachweise im Spätwinter
Im Spätwinter 2009 tauchten in
Kärnten Hinweise (Losung, Spuren) auf einen Wolf auf.
Nach eingehenden Untersuchungen (u.a. genetische Analysen
in den Schweiz) steht fest, dass es sich um einen Wolf handelt,
der aus dem Osten nach Kärnten kam.
Einzelnachweise von Wölfen in Österreich sind
nichts ungewöhnliches, da die Tiere sehr mobil sind
und große Strecken zurücklegen können. In
vielen Nachbarländern Österreichs sind Wölfe
heimisch. Bislang wurden in Österreich nur Einzelwölfe
und keine Rudel beobachtet. Wahrscheinlich ist es aber nur
eine Frage der Zeit, bis Wölfe auch in Österreich
wieder dauerhaft Fuss fassen können.
Wolf; Foto: B.Landgraf
April 2009
Luchs & Mensch im Nordwesten
Österreichs
- Böhmerwald, Mühlviertel, Waldviertel
Nach Beendigung unser INTERREGIIIA-Projektes
Luchs im Jahr 2008 stellen wir hier
die Zusammenfassung der Ergebnisse allen Interessierten
bereit.
März 2009
Jagd ist Verantwortung für
Wild und Lebensraum
- das gilt auch für den Luchs
Die wiederholte Forderung der Rohrbacher
Jägerschaft nach einer Bejagung des Luchses - zuletzt
durch BJM Dr. Spannocchi am Bezirksjägertag - muss
sehr kritisch gesehen und zurückgewiesen werden. Es
gibt keine bejagbare Luchspopulation im Bezirk. Die einzelnen
Tiere, die vorwiegend im Böhmerwald ihre Spuren hinterlassen,
haben große Teile ihres durchschnittlich 100 km2 großen
Streifgebietes in Tschechien.
Im Jagdjahr 2006/2007 wurden von der Rohrbacher Jägerschaft
7 Luchsrissmeldungen gemacht, im Jagdjahr 2007/2008 waren
es 17. Zum Vergleich: ein Luchs braucht pro Jahr 50-60 Rehe.
Gleichzeitig wurden im Bezirk 5.594 bzw. 5.146 Rehe (inkl.
Unfall/Fallwild) erlegt. Für das ablaufende Jagdjahr
gelten ähnliche Größenordnungen.
Der Luchs ist nicht umsonst streng geschützt und wertvolles
Schutzgut nach Natura2000. Im ganzen Mühlviertel ist
für mindestens 20 erwachsene reviertreue Luchse Lebensraum
vorhanden. Wissenschaftliche Schätzungen gehen heute
von einem aktuellen Bestand von vielleicht 5 Tieren aus
- die aber große Teile ihres Streifgebietes in den
angrenzenden Ländern haben. In der derzeitigen Situation
wäre eine Bejagung verantwortungslos!
Bild: Naturmuseum St. Gallen
Februar 2009
Luchspräsentation auf
muehlviertelnatur.at
Eine neue, sehr ansprechende und kurzweilige
Luchspräsentation findet sich auf der Seite unserer
Kollegen auf muehlviertelnatur.at.
Mit aussagekräftigen Bildern und Bilduntertexten wird
hier der Luchs vorgestellt.
Jänner 2009
Erstmals Luchs in Österreich
besendert
Jungluchs besendert und wieder in Freiheit entlassen
In der Nacht vom 28. auf den 29. Jänner
wurde ein besenderter Jungluchs im Nationalpark Kalkalpen
frei gelassen. Es handelt sich dabei um ein Jungtier, das
im Bezirk Kirchdorf auftauchte und mehrmals gesichtet werden
konnte. Die „Projektgruppe Luchs“ hat sich des
Themas angenommen. Die Projektgruppe, die aus der Landesjagdbehörde,
dem OÖ Landesjagdverband, dem Forschungsinstitut für
Wildtierkunde, der Nationalpark Kalkalpen Gesellschaft,
den Österreichischen Bundesforsten, einem Amtstierarzt,
dem Naturschutzbund Oberösterreich und dem WWF besteht,
ist nach einem Managementplan vorgegangen. Der Luchs ist
ein bedeutender Bestandteil der natürlichen Artenvielfalt
und für den Menschen ungefährlich.
Der Jungluchs wurde am Mittwoch, 28. Jänner eingehend
untersucht. Dabei wurde festgestellt, dass es sich um ein
männliches, 14 kg schweres, gesundes, Jungtier handelt,
das keine Anzeichen einer Gehegehaltung aufwies. Daraufhin
wurden Blut- und Haarproben zur weiteren genetischen Untersuchung
entnommen. Schließlich wurde der Luchs mit einem Chip
versehen, mit einem gut sichtbaren Halsband besendert und
nach weiterer Beratung, in großer Entfernung zum Fangort,
im Nationalpark Kalkalpen wieder in die Freiheit entlassen.
Der Halsbandsender ermöglicht nun eine GPS Telemetrie,
mittels der die Aufenthaltsorte des Luchses festgestellt
und seine Aktivitäten überwacht werden können.
Aus den Aktivitäten des Jungluchses erwartet sich die
Projektgruppe Luchs auch wertvolle Hinweise auf das Raumverhalten
von Luchsen, ihren Nahrungspräferenzen und auf das
Sozialverhalten.
Entscheidend für die weitere Zukunft des Jungluchses
wird sein, ob er in der Lage ist, sich zu ernähren,
den Winter zu überstehen und ein eigenes Revier zu
finden.
Dezember 2008
Spuren im Schnee - Luchshinweise
bitte melden
Es ist wieder soweit. Der winterliche
Schnee macht es leichter dem Luchs auf die Spur zu kommen.
Durch große runde Abdrücke im Schnee macht der
Luchs auf sich aufmerksam. Wenn Sie bei einem Ihrer winterlichen
Ausflüge auf Luchspuren treffen oder gar einen Luchs
sehen, dann bitten wir um Ihre Mitteilung. Wenn Sie bei
Ihrer Bestimmung sicher gehen wollen, dann schauen Sie doch
auf der Seite mit der Fährtenkunde
vorbei. Melden können Sie Ihre Beobachtung
hier.
Oktober/November 2008
Luchse in den Dinariden - Fotofallen-Videos
online
Auch im Dinarischen Gebirge, im Grenzgebiet
Slowenien-Kroatien gibt es ein ambitioniertes Luchsprojekt.
Eine umfangreiche website informiert in Slowenisch, Kroatisch
und bald auch in Englisch über Schutz, Monitoring und
Forschung der dinarischen Luchspopulation. Besonders interessant
und spannend zum Anschauen sind die Fotofallen-Videos
aus dem dinarischen Luchsmonitoring
September 2008
Luchse in den Ukrainischen
Waldkarpaten
Ein Besuch in Transkarpatien (Ukrainische
Waldkarpaten) eröffnete spannende Einblicke in einen
besonders attraktiven Luchslebensraum. Der ukrainische Anteil
am Karpatenbogen hat eine Länge von ca. 250 km und
ist Lebenraum von Luchs, Bär und Wolf.
Aus ökologischer Sicht besonders hervorzuheben sind
die großen Urwälder, die weiten naturnahen &
störungsarmen Wälder und eine für westliche
Sichtweisen unvorstellbar extensive Kleinlandwirtschaft
und Weidewirtschaft.
Dementsprechend hoch ist auch die dortige Biodiversität,
die teilweise in ausgedehnten Schutgebieten geschützt
wird. So oder so ähnlich müssen auch die Lebensräume
im Mühl- und Walviertel vor vielen Jahren ausgesehen
haben, bevor eine stetige Nutzungsintensivierung immer mehr
Arten verdrängte und ausrottete.
Auch wenn das Zusammenleben von Großen Beutegreifern
und Menschen in den Ukrainischen Waldkarpaten nicht immer
völlig harmonisch ist, so ist doch besonders bemerkenswert,
dass dort ein Miteinander von Mensch und Wildtier seit vielen
Jahrhunderten ununterbrochen möglich und Alltag ist.
Als Österreicher ist man fast ein bißchen beschämt
angesichts der eigenen Ausrottungsgeschichte und mangelnden
Bereitschaft einigen wenigen Luchsen, Bären und Wölfen
in Österreich Lebensraum und Lebenrecht zuzugestehen.
Im Zuge der Mitteleuropäischen Luchs-Initiative CELTIC
müssen wir neben Deutschland, Österreich, Tschechien,
Polen, Slowakei und Ungarn vor allem auch die Ukraine und
Rumänien verstärkt mitdenken und einbinden.
September 2008
Natur & Land - Schwerpunkt
Konflikte mit Wildtieren
Konflikte mit Wildtieren sind so alt
wie die Menschheit selbst. Häufig müssen Tiere
als Sündenböcke für menschliche Fehler herhalten.
Meist sind es nur magelhaftes Wissen und fehlende Toleranz,
die ein verträgliches Miteinander ermöglichen.
Menschen benehmen sich häufig so, als wären sie
allein auf dieser Welt, als wären ihre Ansprüche
die einzig gültigen. Mit der Folge, dass sie Konkurrenten,
ob echte oder vermeintliche, gnadenlos verfolgen.
Die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift Natur & Land (3/4,
2008) beschäftigt sich schwerpunktmäßig
mit der vom Aussterben bedrohten Toleranz gegenüber
Wildtieren und mit Sündenböcken aller Art.
Den Beitrag zum Luchs finden Sie, wenn sie auf folgendes
Bild klicken.
September 2008
Starke Lobby für den Luchs
in der Steiermark
Startschuss für das Projekt "Luchs
in der Steiermark" im Naturschutzzentrum im Brucker
Weitental. Es soll das Bewusstsein für den Luchs gestärkt
werden.
Nach acht Monaten Vorbereitungszeit war es soweit, am Sonntag
07.09.2008 konnte im Weitental bei Bruck das Projekt "Luchs
in der Steiermark" aus der Taufe gehoben werden. "Im
Hinterkopf hatte ich ein solches Projekt schon lange",
erklärte Siegfried Prinz, der Leiter des Naturschutzzentrums
Weitental. Befindet sich doch das Weitental zum einen im
Einzugsbereich bestätigter Luchsvorkommen. Zum anderen
liegt der Raum Bruck auch in unmittelbarer Nähe von
Durchzugsstrecken und Wanderrouten von Bären, aber
eben auch der wenigen heimischen Luchse.
Ausgestorben. Das Naturschutzzentrum Weitental wird nun
eine Informations-Drehscheibe für die Katze mit den
charakteristischen Pinselohren, die in unseren Breiten schon
ausgestorben war. So werden Führungen zum Thema organisiert,
eine Ausstellung über den Luchs, seinen Lebensraum
und seine Perspektiven in der Steiermark aufgebaut, ein
Informationpavillon errichtet und Fachkonferenzen abgehalten.
Heimlich. Man strebt die Vernetzung mit bestehenden Luchs-Projekten
an, und auch die Jägerschaft war von Anfang an in das
Vorhaben eingebunden - sind es doch vorwiegend Jäger,
die Rehrisse, Spuren oder die Losung der Tiere sehen. "Denn
der Luchs ist zwar nicht scheu, aber heimlich", sagte
der Wildbiologe Thomas Huber, einer der führenden Luchs-Experten
Österreichs, der das Projekt begleitet. In jüngster
Zeit gab es übrigens in Frohnleiten und in St. Peter-Freienstein
Rehrisse, die wahrscheinlich dem Luchs zuzuordnen sind.
(kleinezeitung.at)
Wir von luchs.boehmerwaldnatur.at unterstützen das
steierische Luchsprojekt von Anfang an und freuen uns über
eine weitere Anlaufstelle in Sachen Luchs in der Steiermark.
September 2008
Neue Luchsnachrichten Bayern
Die neueste Ausgabe der Luchs-Nachrichten
unseres bayerischen Partnerprojektes ist erschienen.
Sie widmet sich diesmal schwerpunktmäßig dem
Fotofalleneinsatz, der im vergangenen Winter im Naturpark
Bayerischer Wald durchgeführt wurde. Erfreuliche Ergebnisse
deuten darauf hin, dass das Fotofallenmonitoring den Weg
hin zu qualitativ hochwertigeren Daten weist und eine vielversprechende
Methode ist, den Luchsbestand in Bayern und hoffentlich
eines Tages auch im Mühl- und Waldviertel großräumig
zu erfassen.
August 2008
Bayern hilft bedrohten Wildtieren
über die Straße - Landesweite Grünbrücken-Analyse
fertig
"Klimawandel bedroht Artenvielfalt:
Tiere wie Luchs und Wildkatze müssen wandern können"
Mit einer Bayern-weiten Grünbrücken-Analyse sollen
Biotope noch besser vernetzt und Wanderwege für viele
bedrohte Tierarten neu erschlossen werden. Dies erklärte
Bayerns Umweltminister Otmar Bernhard in München anlässlich
der fertig gestellten Straßenquerungs-Analyse. Bernhard:
"Ein entscheidender Punkt in Bayerns Biodiversitätsstrategie
ist, die Lebensräume von wandernden Tierarten besser
zu verbinden. Grünbrücken ermöglichen es
bedrohten Wildtieren wie Luchs und Wildkatze, sicher die
Straßen zu queren." Die möglichen Wanderwege
wurden mit Hilfe eines Computermodells berechnet. Danach
sollten neben der Ausstattung bestehender Grünbrücken
mit Blendschutz und Deckung 65 zusätzliche Grünbrücken
ausreichen, das bestehende Netz aus Biotopen optimal zu
verbinden. "Der Klimawandel wird Lebensräume verschieben.
Viele Wildtiere, die sich an die geänderten Umweltbedingungen
nicht anpassen können, brauchen Wanderwege, um geeignete
neue Lebensräume zu finden. Zudem dient eine solche
Vernetzung dem genetischen Austausch zunehmend isolierter
Populationen", so Bernhard. In Bayern existiert mit
den Natura2000 Gebieten, den Naturschutzgebieten, den Nationalparken
sowie den BayernNetz-Natur Projekten ein dichtes Netz von
Biotopen.
Untersucht wurden 52 Abschnitte von 14 Autobahnen und drei
Bundesstraßen. Insgesamt wurden 2.136 Kilometer Straße
und 2.981 Bauwerke unter die Lupe genommen. Die möglichen
Wanderwege wurden am Beispiel Luchs und Hirsch mit Hilfe
eines Computermodells auf Basis von Satellitendaten berechnet.
Beide Tierarten beanspruchen große Reviere und wandern
weit: zur Nahrungssuche, zwischen Sommer- und Winterquartier
und um ein neues Revier zu finden. Aber auch für kleinere
Arten wie Wildkatze, Wildschweine, Rehe, Dachs, Fuchs, Feldhase
und Fischotter sind diese Querungshilfen wertvoll.
Juli 2008
Reiche Beute für die Jäger
Mit einer imposanten Abschussbilanz
kann der Jagdverband in Oberösterreich aufwarten: Mit
57.762 Feldhasen sowie 50.027 Stück Fasanwild wurden
in den vergangenen zwölf Monaten doppelt so viele geschossen
wie im Jagdjahr davor. Fast verdreifacht hat sich die so
genannte Strecke beim Schwarzwild mit 1307 Wildschweinen.
Steigerungen gab es auch bei den Füchsen (7148), Mardern
(4302) sowie Dachsen (1438). Beim Rehwild konnten mit 65.375
Tieren die Abschusspläne nicht erfüllt werden.
(SN vom 19.07.08)
Juni 2008
Die Großen 3 - in
guter Verbindung?
Die Wanderungen der Großbeutegreifer zwischen Karpaten,
Böhmerwald und Alpen.
Luchs, Bär und Wolf sind Tiere
mit großen Raumansprüchen. Wenn es daheim eng
wird, machen sich die Jungen auf, eigene Lebensräume
zu suchen. Das war schon immer so. In Mitteleuropa haben
wir das Glück, dass die Menschen in den Karpatenländern
nie verlernt haben mit den drei Großen zu leben. Das
war in anderen Teilen Europas ganz anders. Da wurden Bär,
Luchs und Wolf verfolgt, gefangen, erschossen und schließlich
ausgerottet. In späteren Zeiten wurden, als eine Art
Wiedergutmachung, Wiederansiedlungsversuche mit mehr oder
weniger Erfolg unternommen. Meist kamen diese Tier aus den
Karpaten.
Heute ist Mitteleuropa zusammengewachsen. An einer Linie,
wo noch vor wenigen Jahren eine totbringende Grenze die
Länder teilte.
Das Überleben der drei großen, attraktiven,
heimischen Beutegreifer als europäisches Naturerbe
muss ermöglicht werden. Wenn es für uns Menschen
selbstverständlich ist, quer durch den Kontinent zu
reisen, so muss es erst recht für Luchs, Bär und
Wolf möglich sein. Gesunde Wildtierpopulationen brauchen
genetischen Austausch.
Eine Verkehrswegeplanung, die die Bedürfnisse von
Tieren berücksichtigt und der Bau von Grünbrücken
an sensiblen Stellen, können den Bedürfnissen
von Mensch und Tier gerecht werden.
Unser neuer Folder soll beitragen zu einem gemeinsamen
Europa von Natur & Mensch.
35 Jahre nach der Rückkehr des
Braunbären nach Österreich und 18 Jahre nach der
ersten Wiedereinbürgerung einer Bärin in den Nördlichen
Kalkalpen ist die Zukunft dieser Tierart in Österreich
mehr als unsicher. Die anfängliche Euphorie, ausgelöst
durch jährlich nachgewiesene Jungbären, ist verflogen,
aktuelle genetische Untersuchungen gehen nur mehr von drei
Bären in den Nördlichen Kalkalpen aus. Beispiele
aus der Schweiz und Italien zeigen, was in unseren Nachbarländern
für den Aufbau einer überlebensfähigen Bärenpopulation
getan wird.
Die OÖ Akademie für Umwelt und Natur veranstaltete
dazu eine Tagung. Quintessenz ist: Ohne neuerlicher großzügiger
Bestandsstützungen in den Nördlichen Kalkalpen,
wird der Bär in Österreich ein zweites mal aussterben.
Ein mittelfristiger Zielwert von 100 Bären für
die österreichischen Alpen wurde formuliert. Dazu braucht
es aber zuerst Wiederansiedelungen, die von einer breiten
Basis aus Jagd, Forst, Landwirtschaft, Naturschutz und Politik
getragen werden.
Bär, Luchs & Wolf können auch heute eine Heimat
in Mitteleuropa haben, wenn der Mensch dazu bereit ist.
Mai 2008
Luchs auf Wanderschaft - 200
km - Rekord!
Schweizer Luchs stellt Wanderrekord
auf
Vom Zürcher Tösstock bis in die italienischen
Ostalpen
Der im Winter im Schweizerischen Nationalpark in die Kastenfalle
gegangene Luchs stammt vom Tössstock im Kanton Zürich.
Unterdessen ist das mit einem Sender versehene Tier weit
in die Italienischen Alpen abgewandert - 200 Kilometer Luftlinie
vom Tössstock entfernt.
Das 24 Kilo schwere Luchsmännchen ist ein Jungtier.
Er wurde 2006 geboren und ging im Februar im Nationalpark
in die Falle. Der Luchs wurde mit einem Sender versehen
und wieder freigesetzt.
Im September 2007 wurde er im St. Galler Rheintal fotografiert,
als er auf der für Jungtiere typischen Wanderschaft
war. In den folgenden beiden Monaten entfernte er sich ungewöhnlich
weit weg vom ständigen Luchsareal und erreichte das
Engadin.
Den Winter verbrachte der Jungluchs im Nationalpark am
gedeckten Tisch:Er riss Gemsen und Rothirsche. Mitte März
setzte er seine Wanderung fort und gelangte über Bormio
und Valfurva in die Val di Sole (Trentino) und zum Deutschnonsberg
(Südtirol).
Hierauf drang er bis zur Brentagruppe vor, an deren östlichem
Abhang er sich gemäss Nationalparkangaben derzeit aufhält,
mitten im Kernareal der dortigen Braunbärenpopulation.
Damit hat sich der Luchs 200 Kilometer Luftlinie von seinem
Geburtsort und 80 Kilometer vom Fangplatz im Park entfernt.
Die dokumentierte Wanderung des Jungluchses vom Tössstock
bis tief in die Italienischen Ostalpen ist die ausgedehnteste,
die bisher von einem Luchs im Alpenraum nachgezeichnet wurde.
Das überraschende Auftreten des Luchses im Engadin
führte zu Spekulationen über eine illegale Aussetzung.
Die Analysen widerlegen dies nun. (aus NZZ vom 05.05.08)
Vergleicht man diese unglaubliche Strecke
mit Entfernungen in der Böhmerwalpopulation wäre
dies vergleichbar mit einer Luchswanderung
+ vom Oberpfälzer Wald in die Wachau
+ vom Altvatergebirge ins Waldviertel oder
+ vom Böhmerwald nach Kärnten.
Natürlich vorausgesetzt es gibt da eine Landschaft,
wo er durchkommt - sprich Biokorridore!
200 km Luftlinie legte der junge besenderte Luchs in der
Schweiz zurück - das entspricht einer Wanderung vom
Böhmerwald nach Kärnten.
April 2008
Managementplan Luchs - Bayern
Der Freistaat Bayern hat Managementpläne
für Luchs, Bär und Wolf erarbeitet. Den neuen Luchsmanagementplan
finden sie hier.
April 2008
Wildtierquerungs-Möglichkeiten
für die geplante
S10 (Linz - C.Budejovice) dringend notwendig
Die Planungen für die S10, die
autobahnähnliche Schnellstraßenverbindung von
Linz zur tschechischen Grenze nach Wullowitz sind seit längerem
voll im Gange. Was leider weniger voll im Gange ist, ist
die Planung für funktionsfähige Ausgleichmaßnahmen
um die Vernetzung der Landschaft für Wildtiere weiterhin
sicher zu stellen. Gerade das Gebiet nördlich von Freistadt
ist wichtig für die Verbindung von Wildtierlebensräumen
in Ost und West also im Böhmerwald und im Freiwald/Novehradske
hory. Neben vielen kleineren Tieren sind es vor allem die
Wappentiere von Naturschutz und Jagd, die hier einen Lebensraum
haben und denen alte Wanderwege nicht abgeschnitten werden
dürfen. Luchs, Hirsch, Elch, Fischotter und Wolf sind
Tierarten von europäischer Dimension. Von ebensolcher
Dimension sollte auch die Planung für Biokorridore
und Grünbrücken an der S10 sein.
mehr
Grünbrücken-/Wildtierquerungsbedarf an der geplanten
S10 nördlich von Freistadt.
März 2008
Luchs-Website geht online
Obwohl der Luchs seit mehreren Jahr(zehnt)en
wieder durch unsere Wälder streift gab es bis vor kurzem
keine ausführliche österreichische Luchsseite im
Internet. Hier haben wir Abhilfe geschaffen und stellen unter
http://luchs.boehmerwaldnatur.at den Luchs, seinen Lebensraum
und sein Auskommen mit dem Menschen umfangreich dar. Die erste
österreichische Luchs-Website geht online.